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Gefördertes Webac-Forschungsprojekt "Regenerieren statt Deponieren" revolutioniert Maschinenangebot für klein- und mittelständische Gießereien

Das Projekt mit dem Kurztitel „Regenerieren statt Deponieren“ der Webac Gesellschaft für Maschinenbau in Zusammenarbeit mit dem IWF (Prof. Erich Rogel) und gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung revolutioniert das Maschinenangebot für klein- und mittelständische Gießereien und soll die Recyclingquote nachhaltig erhöhen.

 

Der „Kombi-Regenerator“

„Die wissenschaftliche Weiterentwicklung von Anlagen und Prozessen durch die deutsche Industrie ist eine unverzichtbare Größe unserer Gesellschaft. Mit dem „Kombi-Regenerator" können wir den Regenerationsprozess in den Gießereien noch wirksamer bedienen und unseren Kunden maßgeschneiderte wirtschaftlich konkurrenzfähige Produkte bieten. Wir gehen von einer Kostenreduzierung gegenüber den heute eingesetzten Verfahren von mindestens 30 % aus.“ (Heinrich Richard Kairies CEO / Webac GmbH)

Organisch bzw. anorganisch gebundene oder bentonitgebundene Sande bilden in Gießereien nach wie vor die Hauptbestandteile von Formen und Kernen. Dies gilt insbesondere für Eisen- und Stahlguss, aber auch im Leichtmetallbereich werden verlorene Formen eingesetzt. Im Zuge der Ansprüche an den Umweltschutz ist eine Umstellung auf Systeme zu beobachten, die zum einen den Anforderungen des Gießprozesses sowie den Qualitätsforderungen an die Produkte standhalten; weiterhin aber auch die geforderte Stabilität aufweisen und damit die Umwelt nicht belasten. Deshalb werden heute immer häufiger anorganische Bindemittel verwendet, die die Senkung des Emissionspotentials wie Gerüche, Benzol, VOC, Feinstäube und die Erhöhung der Gussqualität gewährleisten.

Beim Einsatz von anorganischen Bindersystemen für Sandkerne wird heute allerdings in den klein- und mittelständischen Gießereien ausschließlich im offenen Materialkreislauf gearbeitet, da kein Regenerationsverfahren bekannt ist, das eine ausreichende Regenerationsqualität bei wirtschaftlich akzeptablen Kosten erzeugt. Offener Kreislauf in diesem Zusammenhang bedeutet, dass der einmal eingesetzte Kernsand auf Deponien entsorgt und durch Neusand ersetzt wird.

Die heute eingesetzten Regenerieranlagen für anorganisch gebundene Gießereisande sind aufwendige sogenannte zweistufige bzw. dreistufige Anlagen und bestehen aus einem thermischen Regenerator und einem bzw. zwei mechanisch arbeitenden Regeneratoren. Diese Anlagenausführung verursacht hohe Anlagen- und Betriebskosten und erfordert eine kontinuierliche, wenig flexible Arbeitsweise. Die Regeneratkosten übersteigen bei kleinen Durchsatzmengen die Deponiekosten. Ziel dieses Projekts ist die Entwicklung, Konstruktion und Erprobung einer einstufigen Regenerierungsanlage, die die erforderlichen Verfahrensstufen in einer Anlage vereinigt und damit die Anlagen- und Betriebskosten erheblich senkt. Mit diesem Kombi-Regenerierungsverfahren wird dann auch für die klein- und mittelständische Gießereiindustrie die Voraussetzung geschaffen, den Kernsand zu regenerieren, was aus ökologischer und ökonomischer Sicht eine Grundvoraussetzung für den vermehrten Einsatz der umweltfreundlichen anorganischen Sandsysteme ist.

Da der Regenerierungsprozess im Detail analysiert werden muss, ist die Zusammenarbeit mit externen Fachexperten eingeplant. Die Stoffanalytik und elektrotechnischen Untersuchungen werden an namhaften Instituten durchgeführt. Die geplanten Entwicklungs- und Versuchsaufgaben erfordern eine Projektlaufzeit von 24 Monaten. 

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